Hals Zu Kurz

Ein deutsch-tschechisches Erinnern in deutsch-tschechischer Sprache von Johannes Hoffmann.

HALS ZU KURZ
Eine alte Frau, eine Überlebende am Ende ihres Lebens erzählt von und aus ihrem Leben. Sie hat die Wegmarken der tschechischen, österreichischen, deutschen, europäischen Geschichte aus nächster Nähe erlebt. Stimmen einer Frau, die sich selbst befragen, streiten, widersprechen, sich einig und uneinig sind. Wer spricht hier eigentlich noch? Ist es noch die alte Frau oder sind es schon längst Stimmen anderer – Meinungen, Ängste, mediale und private. Ein „europäischer“ Sprachstrom, der sich verselbstständigt hat? 
 
“Ich war als Artist in Residence für das Festival Meeting Brno 2018 eingeladen. In dieser Zeit habe ich Interviews mit BewohnerInnen aus Brünn geführt und einen ersten Text, kein Theaterstück, verfasst, den ich im Rahmen des Festivals gelesen habe. Jiri Honzirek hat mich angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte aus den Interviews ein Theaterstück zu schreiben.”
JOHANNES HOFFMANN

HALS ZU KURZ ist ein Stück über die Anpassungsfähigkeit des Menschen und die Suche nach sich selbst und seiner Zugehörigkeit. Eine Gegenüberstellung eines individuellen Schicksals mit dem einer Gesellschaft und einer Region, die einst Osteuropa zugehörig war und doch in der Mitte Europas liegt. Die Protagonistin, die sich auf ihre eigenes Ende vorbereitet, die sich fragt, wer sie eigentlich war und ist und was sie hinterlassen wird, dient als Folie um Fragen zu stellen nach Staat und Nation, nach europäischen Verhältnissen, insbesondere zwischen Ost und West.
 
“Ich glaube derehemlige Osten ist für den „Westen“ immer noch etwas geheimnissvolles, fremdes. Obwohl Brünn so nah ist zu Wien und wirklich in der Mitte von Europa liegt, ist es irgendwie im Kopf weit weg. Das ist irgendwie absurd. Eigentlich. Aber ich hab das selber an mir bemerkt, dass ich so denke. Das ist sicher sehr klischeehaft gedacht, aber der „Osten“ ist in mancher Hinsicht noch eine terra incognita für Leute aus dem Westen.”
JOHANNES HOFFMANNJ

Johannes Hoffmann und die Schauspielerin Kristina Günther waren die Residenten bei dem Meeting Brno Festival 2018. Johannes hat in diesem Rahmen in Brno mehrere Interviews gemacht, meistens mit Leuten, die österreichische oder deutsche Herkunft haben. So hat er auch mit einer alten Dame ein langes Interview gemacht, das später als Vorlage für Hals zu kurz gedient hat.
 
 
Johannes Hoffmann kommt aus Graz , er studiert und lebt in Zürich und  in der Schweiz. Sein Literaturwerk ist von dem Verlag Felix Bloch Erben Berlin vertreten. 

Kristina Günther arbeitet mit dem Theater Feste schon seit 2008 (Heiner Müller: Bildbeschreibung). Im Rahmen des Festivals Meeting Brno 2018 hat sie mit dem Theater Feste die Inszenierung „Nev?rní – Untreuen“ mitgeschaffen, wo sie einen tschechischen Polizisten auf tschechisch spielte. 2017 hat sie mit dem Theater Feste eine dokumentarische Inszenierung  -SCHAUSPIEL-  gemacht .

Jirí Honzírekhat in Brno (CZ), Amsterdam (NL) und Essen (Folkwang Hoschschule, D) studiert. Er führt das Theater Feste in Brno. Die deutsch-tschechische Zusammenarbeit sind natürliche und sehr beliebte Komponenten  der Dramaturgie.


Tickets: €18.-/€12.-














 
mit
Kristina Günther, Lucie Ingrová
 
regie, bühne
Jirí Honzírek
             
musik
Matej Kotoucek
 
kostüme
Kristýna Brecková
 
produktion
Kristýna Brecková 
 
technik
Jan Neugebauer, Jan Becka


 

Vorstellungen

12.11.2019 | 20:00 Uhr
13.11.2019 | 20:00 Uhr

Bilder